Das Solarium
Braune Haut liegt im Trend. Es sind vorrangig modische Aspekte, die Menschen in die knapp 12.000 Solarien (Tendenz steigend) in Deutschland treiben. Als weiteres Argument wird häufig benannt, das man sich mit ein paar Solarien Besuchen auf den Urlaub im sonnigen Süden vorbereiten will. Meist geschieht diese Vorbereitung in Eigenregie ohne Begleitung durch den Hautarzt. Der würde sicherlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, angesichts steigender Zahlen von Hautkrebs besonders unter jungen Menschen.
Solarien sind UV-Strahler in gebündelter Form und können so für Sonnenallergiker sehr gefährlich werden. Wer bereits seine liebe Sorge mit der Sonne hat, sollte dringend die Finger oder besser seine Haut von Solarien fernhalten. Aus diesem Grund widmen wir den Solarien eine extra Seite auf unserem Portal.
UV-Strahlung in Solarien
Der Besuch in einem Solarium beträgt zwischen 10 und 20 Minuten. Um in dieser Zeit eine sichtbare Bräunung zu erzielen, arbeiten Solarien mit gebündelter UV-A Strahlung. Sie ist weitaus höher, als die der Sonne. Wenn Sonnenlicht bereits verschiedene Sonnenallergien auslösen kann, ahnen Sie welche Wirkung bei gebündeltem Sonnenlicht auftritt: Mindestens ein Sonnenbrand, schlimmstenfalls allergische Reaktionen, wenn Sie zu den Sonnenallergikern gehören. Immer aber eine vorzeitige Hautalterung und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Das liegt mit daran, das UV-A Strahlen bis in tiefere Hautschichten vordringen.
UV-B Strahlung in Solarien ist in Deutschland möglich geworden durch eine Gesetzeslücke. Tatsächlich war UV-B Strahlung von der europäischen Union nur für hautärztliche Behandlungen vorgesehen. Meiden Sie unbedingt Besuche von Solarien, die mit UV-B Strahlung arbeiten. Diese Strahlung führt auch zu Sonnenbrand, natürlich bei Sonnenallergie und wegen der erhöhten Anregung des Melanin. Dieses Hautpigment sorgt für die Bräunung der Haut. Unter ärztlicher Kontrolle bleibt dies unbedenklich. In einem hoch dosierten Solarium kann die intensive Bestrahlung mit UV-B Strahlen jedoch zum gefährlichen schwarzen Hautkrebs führen - eine Folge von gestörtem Melanin in der Haut.
Wer darf nicht ins Solarium
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, ein Solarium zu besuchen oder bereits regelmäßig in Solarien zu Gast sind, können Sie mit folgenden Punkten prüfen, ob sie überhaupt ins Solarium gehen sollten:
- Menschen, bei denen eine Sonnenallergie bekannt ist
- Menschen mit sehr heller Haut und der Neigung zu schnellen Sonnenbrand
- Menschen, die bereits oft Sonnenbrand hatten
- Menschen, die viele Leberflecke oder Muttermale haben
- Menschen, in deren Familie Hautkrebs Fälle aufgetreten sind, insbesondere bei den Eltern oder Geschwistern
- Menschen, die Medikamente einnehmen
- Menschen, die eine Operation an der Augenlinse hinter sich haben
- Schwangere, denn hier kann es leicht zu dauerhaften Pigmentstörungen im Gesicht kommen
- Jugendliche unter 18
- wenn ihnen Organe transplantiert wurden
- nach dem 50. Solariumbesuch im Jahr sollte definitiv Schluß sein
Wie erkennt man ein gutes Solarium
Solarium ist nicht gleich Solarium. Hier versteckt sich ein riesiger Industriezweig, bei dem es nicht in jedem Fall um die Gesundheit der Kunden geht sondern einfach nur um eine möglichst hohe Auslastung der Sonnenbänke. Wir möchten Ihnen hier Tipps an die Hand geben, worauf Sie bei einem Sonnenstudio achten sollten:
- Die Haut des Personals entspricht immer noch dem tatsächlichen Alter der jeweiligen Angestellten. Sollte die Haut der jungen Frau oder des jungen Mannes bereits deutlich älter wirken, gehen Sie schnell wieder. Dieses Personal hat keine Ahnung und missachtet selbst die Schutzbestimmungen.
- Im Solarium befinden sich deutlich sichtbar die Schutzbestimmungen
- Das Personal führt mit Ihnen ein ausführliches Erstgespräch. Dabei befragt es Sie nach Ihrem Sonnenbrand-Risiko, nach Hautkrebsfällen in der Familie, nach Ihren Bräunungsgewohnheiten, Ihrem Alter, kann fachmännisch Ihren Hauttyp einschätzen, erkundigt sich nach der Einnahme von Medikamenten und empfiehlt Sonnencremes vor dem Besuch und After-Sun-Lotion nach der Anwendung.
- Das Personal erarbeitet mit Ihnen einen Bräunungsplan. Dieser sollte dringend mit kurzen Bräunungszeiten beginnen und sich erst nach und nach steigern. Werden immer gleiche Bestrahlungszeiten bei gleicher Strahlungsintensivität vorgeschlagen, werden Sie bitte skeptisch.
- Bietet man Ihnen nicht ungefragt eine Schutzbrille an oder fehlen diese ganz, ist dies auch ein Grund, das Studio wieder zu verlassen.
- In einem guten Solarium müssen Sie die Sonnenbank nicht selbst reinigen und es ist deutlich zu erkennen, dass die Sonnenbank für Sie vorbereitet wurde. Ein Aufkleber des Gesundheitsministeriums bescheinigt, dass die Hygienerichtlinien eingehalten wurden.
Schönheit vs Gesundheit
Bedenkt man, dass bis zum Anfang den 20. Jhd gebräunte Haut als Zeichen von Armut galt und damit nur helle Haut als Schön empfunden wurde, wundert man sich, wie sehr sich die Zeiten doch ändern konnten. Heute gilt als Gesund und Vital, wer eine frische Bräune aufzuweisen hat.
Defekte Birnen, fehlende Schutzbrillen, falsche Beratung und eigene Unkenntnis über den persönlichen Hauttyp können zu fatalen Folgeschäden für die Haut durch Solarienbesuche führen. Und das nicht nur für Sonnenallergiker, sondern für jeden Besucher. (Sonnenallergiker meiden eher von sich aus Solarien). Hinzu kommen die Langzeitschäden für die Haut, die durch diesen immer noch neuen Trend nicht wirklich abgeschätzt werden können. Forscher und Ärzte beobachten aber erhöhte Zahlen von Hautkrebs bei Jugendlichen - der Hauptkundschaft im Solarium - in den letzten Jahren.
Wenn es nicht sein muss, und das muss es faktisch nie, verzichten Sie auf den Besuch im Solarium. Ziehen sie stattdessen ihren Hautarzt zu Rate, wenn Sie sich auf einen sonnenintensiven Urlaub vorbereiten wollen. Das ist in jedem Fall die gesündere Variante.
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